Großschreibung

„In Englisch wird auch alles klein geschrieben“, erwiderte mir eine ehemalige Schülerin, (Wir ignorieren hierbei die Fehler in Präpositions- und Fallbestimmung.) als ich meinte, Groß- und Kleinschreibung seien für den Alltag äußerst relevant. Ganz gleich, inwieweit sie recht zu haben scheint, definieren wir mit der Großschreibung bestimmte Aspekte, die mit dem jeweiligen Wort einhergehen. Davon abgesehen: Ganz gleich, wie sinnbefreit die ein oder andere Regel zu sein scheint, ist sie gesellschaftlich etabliert. Wer die Regeln ignoriert, wird nicht selten als inkompetent oder/und ungebildet abgestempelt.

Der Satzanfang

Satzanfänge werden in Sprache, die lateinische Buchstaben nutzen, groß geschrieben. Sinn des ganzen: Wir demonstrieren damit den Beginn einer neuen Information, die getrennt von der vorherigen steht, aber mit ihr in Zusammenhang stehen kann.

Das Substantiv

Wörter mit den Endungen -ung, -heit, -keit, -schaft, -tum, -nis, -sal, -ling, -lein, -chen, -sel, -tion sind Nomen und werden großgeschrieben.

Eigennamen (z.B. Ralf, Janine, Thomy, Lupin, Nutella, Weight Watchers) werden ebenfalls groß geschrieben.

Nomen an Signalwörtern erkennen

Gehen einem Wort bestimmte Signalwörter voraus, kann von einer Großschreibung ausgegangen werden:

  • bestimmter Artikel (das Reden, die Mauer, der Ton)
  • versteckter Artikel (beim Laufen, im Laden, ans Tor)
  • besitzanzeigendes Pronomen (unser Gespräch)
  • ein Zahlwort (drei Nächte, zwei Tage)
  • ein Adjektiv (nette Ferien, schöne Blumen)

Großschreibung nach einem Doppelpunkt

Beginnt nach dem Doppelpunkt ein neuer Satz, wird dieser entsprechend groß begonnen.

Beispiele:

Es kam, wie es kommen musste: Er verließ das Haus und vergaß seinen Schlüssel.

Die Großschreibung nominalisierter Verben

Steht vor einem Verb ein Artikel, wird das Verb substantiviert. Es ist egal, ob der Artikel bestimmt oder versteckt ist.

Beispiele:

Das Rennen im Schülerhaus ist verboten.

Beim Schwimmen merke ich, wie die schlechte Laune verschwindet.

Großschreibung nach Possessivpronomen

Steht ein besitzanzeigendes Pronomen (Possessivpronomen) vor dem Verb, wird es großgeschrieben. Auch Verben, die in der Grundform (Infinitiv) als Nomen gebraucht werden, schreibt man groß.

Beispiel: Mein Rufen wurde gehört.

 

Adjektive und unbestimmte Mengenangaben

Unbestimmte Mengenangaben machen ein Adjektiv zum Nomen.

Beispiele:

einiges Gutes, viel Neues, genug Altes, manches Interessantes

Ausnahmen bei unbestimmten Mengenangaben

Folgt ein Adjektiv auf „viel“, „wenig“, „alles“ und „nichts“, wird es nur dann groß geschrieben, sofern es ein Suffix aufweist.

Beispiel: Daran war nicht viel schön. vs. Daran war nicht viel Schönes.

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